FAQ - Fragen und Antworten

Weshalb ist der Preis von Neodym-Magneten derart grossen Schwankungen unterworfen?

Situation

Der Preis für den Rohstoff Neodym, der kostenmässig den entscheidenden Anteil eines Neodym-Eisen-Bor-Magneten ausmacht, ist zwischen Januar 2011 und Juni 2011 um ca. das Fünffache gestiegen. Der Haupthersteller China hatte die Ausfuhr stark gedrosselt und damit die Preise in die Höhe getrieben.
Seit September 2011 hat sich die Lage glücklicherweise zunehmend entspannt, weshalb wir die Shoppreise mehrmals senken konnten. Die Preise werden aber weiterhin Schwankungen unterworfen sein.

Preissenkungen Juli 2011 bis April 2012

Seit Juli 2011 sind die Preise stabil geblieben und danach wieder gesunken. Wir haben seither viermal eine Preissenkung vorgenommen: im Juli, September und November 2011 sowie im April 2012 .

Preisentwicklung bei für uns relevanten Seltenerdmetallen

Neodym Nd: Neodym ist ein entscheidender Bestandteil von extrem starken Magneten (chemische Formel Nd2Fe14B), wie wir sie vertreiben.

Praseodym Pr: In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass Praseodym in Neodym-Eisen-Bor-Magneten eingesetzt werden kann. Da Praseodym (Ordnungszahl 59) nun als möglicher Ersatz für das überbeanspruchte Neodym (Ordnungszahl 60) gehandelt wird, ist die Nachfrage sehr stark gestiegen (siehe Grafik).

Folgen für supermagnete und für Sie als Kunde

Die Kombination von künstlicher Verknappung, steigendem Bedarf und Monopolstellung führt vermutlich auch in Zukunft zu einer instabilen Preisentwicklung, die wir jeweils an Sie, unsere Kunden, weiterreichen müssen. Wir sind aber natürlich bestrebt, Preissenkungen sofort weiterzugeben und Preisanpassungen nach oben so moderat als möglich vorzunehmen.

Rückblick: Was ist 2010/2011 geschehen?

Im Jahr 2010 hat die chinesische Regierung damit begonnen, den Export von Seltenerdmetallen, zu denen auch Neodym gehört, zu reduzieren. Im Jahr 2011 wurde die Exportquote noch einmal verkleinert und es wurden Massnahmen ergriffen, die Exportquote auch konsequent umzusetzen und zu überwachen. Dazu wurden die meisten kleineren Minen stillgelegt und die Kontrolle über diese Rohstoffe auf eine einzige, staatlich kontrollierte Firma übertragen. Diese kann nun die staatlich vorgegebenen Quoten durchsetzen und durch Verknappung den Preis fast beliebig manipulieren.

Gründe für die Ausfuhrbeschränkung

  • China möchte statt der Rohstoffe oder der Rohmagnete lieber höherwertige Erzeugnisse, die diese Stoffe enthalten, exportieren und somit die Wertschöpfung im Land behalten. Man möchte also lieber Motoren und Generatoren mit Neodym-Magneten verkaufen als die Rohmagnete selbst.
  • Die Vorräte an Seltenerdmetallen sind begrenzt und China rechnet damit, dass der Eigenverbrauch im Land selbst durch den Ausbau von z.B. Windkraft (ein Windturbinen-Generator enthält bis zu 500 kg Neodymmagnete) in den kommenden Jahren massiv steigen wird. China drosselt also den Verkauf bzw. legt selbst Vorräte dieser Rohstoffe an, damit es in den kommenden Jahren nicht selber zu wenig davon hat.
  • China hat natürlich erkannt, dass es für diese Rohstoffe viel mehr Geld verlangen kann als in der Vergangenheit, da es zwischenzeitlich eine Monopolstellung erlangt hat.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Früher haben auch andere Länder diese Rohstoffe abgebaut, denn nur ca. 1/3 der weltweiten Vorkommen liegen in China selbst. Da China aber vor Jahren den Weltmarkt mit unschlagbar billigen Seltenerdmetallen und Magneten überschwemmt hat, war es für die allermeisten Minen und Magnethersteller ausserhalb Chinas nicht mehr rentabel, dieses Geschäft zu betreiben. Die ganze Welt hat sich in der Folge auf die Lieferungen aus China verlassen.
Als die Preise 2011 explodierten und die fatale Abhängigkeit erkannt wurde, begannen einige Minen wieder mit der Produktion. Da das Know-How zur aufwändigen und komplizierten Aufbereitung der Rohstoffe aber inzwischen abhanden gekommen ist und so eine Mine nicht von heute auf morgen ihren Betrieb wieder aufnehmen kann, rechnen die meisten Beobachter nicht damit, dass vor Ende 2012 realistische Alternativen zu chinesischen Firmen existieren werden. Der Bedarf an Neodym-Magneten nimmt ausserdem weiterhin weltweit stark zu.

Weiterführende Informationen


 
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Hinweise für den sicheren Umgang mit Supermagneten
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