FAQ - Fragen und Antworten
Kann ich Supermagnete per Luftfracht versenden?
Bei Magneten handelt es sich prinzipiell um Gefahrengut, das nur unter bestimmten Umständen per Luftfracht versandt werden darf.
Packvorschrift 902 der IATA (International Air Transport Association) besagt, dass eine Sendung mit Magneten in eine von drei Kategorien fällt:
- Versand per Luftfracht ausgeschlossen (Magnetfeld zu gross)
Falls das Paket mit den Magneten (inklusive allenfalls magnetisch abschirmender Verpackung) in einer Distanz von 4,6 Metern (in irgend einer Richtung) ein Magnetfeld von mehr als 0,00525 Gauss erzeugt, so ist der Transport des Paketes per Luftfracht prinzipiell ausgeschlossen.
Alternativ zur Messung des Magnetfeldes kann ein Kompass in dieser Distanz aufgestellt werden. Falls die Nadel um mehr als zwei Grad abgelenkt wird, ist der Test nicht bestanden und der Transport ausgeschlossen. - Versand problemlos (Magnetfeld sehr klein)
Der zweite, strengere Test fordert, dass in 2,1 Meter Distanz vom Paket ein Magnetfeld von weniger als 0,002 Gauss erzeugt wird. (Alternativ: Ein Kompass in dieser Distanz wird um weniger als 0,5 Grad abgelenkt.)
Falls das Paket diesen Test besteht, gilt der Inhalt transporttechnisch als "nicht magnetisiert" und das Paket kann ohne weitere Massnahmen transportiert werden. In diesem Fall wird empfohlen, eine Versendererklärung beizulegen, in der bestätigt wird, dass das Paket den strengeren Test bestanden hat und somit als nicht magnetisch zu betrachten ist. Dies kann allfällige Verzögerungen durch Kontrollen seitens der Behörden verhindern. - Versand als deklariertes Gefahrengut (alle anderen Fälle)
Fällt das Paket zwischen die beiden Kategorien, d.h. der erste Test wurde bestanden, aber der zweite, strengere Test nicht, so muss das Paket als Gefahrengut deklariert werden, was höhere Transportkosten und zusätzlichen Aufwand mit sich bringt. Ausserdem gibt es bestimmte Flughäfen, die in diesem Fall nicht bedient werden können.
Es ist also anzustreben, dass der zweite, strengere Test bestanden wird und das Paket ohne Spezialmassnahmen per Luftfracht versandt werden kann.
Das grosse Problem dieser Verpackungsvorschrift besteht darin, dass diese Messung nur mit teuren Spezialgeräten vorgenommen werden kann. Die meisten Magnetfeld-Messgeräte können so schwache Magnetfelder nicht mehr messen und kaum ein Kompass hat eine genügende Empfindlichkeit oder Ablesegenauigkeit, um den Test in der Praxis durchzuführen.
Wir sind zur Zeit dabei, eine Messstation aufzubauen, um diese Messung für unsere Kunden im Bedarfsfall vorzunehmen und auf Wunsch das Paket mit der nötigen Abschirmung (= ferromagnetische Eisenbleche) zu versehen. Bis dahin empfehlen wir Ihnen, im Zweifelsfalle auf den Versand per Luftfracht zu verzichten.
Im Falle eines Transportes, der nicht per Luftfracht erfolgt (Zug, Lastwagen etc.), gelten Magnete übrigens nicht als Gefahrengut.